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Aufwuchs von 4 Jungfalken im Wasserturm

 

Video über Schleiereulen im Wasserturm


Windmühle

Die landesherrliche Zwangsmühle entstand in den Jahren 1607 und 1608 als runder, viergeschossiger Backsteinbau.

Die Durchfahrt im Erdgeschoss erhielt ein Gewölbe, das sich nach Süden und Norden in korbbogige, sandsteingefasste Tore öffnet. Bemerkenswert sind vor allem die Gestaltung dieser Bogen mit Diamantquadern und das - heute leider verstümmelte - landesherrliche Wappen über dem Nordtor.

  

In den oberen Geschossen des Turmes sind vereinzelt kleine rechteckige Fenster in Hausteinfassungen angebracht. An der Nord-Ost-Seite des Turmes ist etwa in halber Höhe eine kleine, noch heute gut erhaltene Renaissance-Kartusche mit der

Inschrift: "PET: VO: BERG, RENTM:1608. R" eingemauert.

Über dem Südtor befand sich der Sackaufzug. Im Sockel an der Außenmauer sind heute noch die Löcher in den Sandsteinquadern sichtbar, in denen eiserne Ringe befestigt waren, an denen die Bauern ihre Packesel und Zugtiere festbanden. Das Dach der Mühle war mit Stroh gedeckt.

Der Mühlenturm selbst muss, glaubt man einer zeitgenössischen Darstellung, rund 15 m hoch gewesen sein. Die Flügel hatten einen Durchmesser von rund 25 m. Sie konnten mittels einer aufwendigen hölzernen Konstruktion, die auf einem einzigen Rad lief, in den Wind gedreht werden.

Im Inneren des Turmes führte eine Treppe aus Sandsteinstufen in der Westmauer empor.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde in der Schützenstraße eine Dampfmühle errichtet, die die Aufgaben der alten Windmühle übernahm.

Der letzte Merzenicher Windmüller scheint Heinrich Dülpers gewesen zu sein, der im Jahre 1877 als Eigentümer in das Liegenschaftskataster eingetragen wird.

Nachdem er seine Arbeit eingestellt hatte, verfiel der Mühlenturm rasch.

mit freundlicher Genehmigung durch Heinz Michael Kreuel

 

Die kühne Müllerstochter

 

 

Es heult der Sturm, die Nacht ist graus,
Die Lampe schimmert im Müllerhaus.

 

Da schleichen drei Räuber wild und stumm
-Husch, husch! pist, pist! - ums Haus herum.

Die Müllerstochter spinnt allein,
Drei Räuber schaun zum Fenster herein.

 

Der zweite will Blut, der dritte will Gold,
Der erste, der ist dem Mädel hold.

Und als der erste steigt herein,
Da hebt das Mädchen den Mühlenstein.

 

Und-patsch! - der Räuber lebt nicht mehr,
der Mühlstein druckt ihn gar zu sehr.

Doch schon erscheint mordgierig-heiter
Und steigt durchs Loch der Räuber zweiter.

 

Ha! Hu! - Er ist, eh er's gewollt,
Wie Rollenknaster aufgerollt.

Jetzt aber naht mit kühnem Schritte
Voll Goldbegierigkeit der dritte.

 

Schnapp! Ist der Hals ihm eingeklommen;
Er stirbt, weil ihm die Luft genommen.

So starben die drei ganz unverhofft.
O Jüngling, da schau her!!!
So bringt ein einzig Mädchen oft
Drei Männer ins Malheur!!!


Wilhelm Busch