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Grabkreuze

Auszug aus Amtsblatt/Mitteilungsblatt Merzenich Nr. 9 vom 06.09.1985

 

Alte Grabkreuze steinerne Zeugen vergangener Jahrhunderte auf dem Merzenicher Kirchhof in der Bergstraße sind gefährdet.

Was von unseren Vorfahren für die »Ewigkeit« gedacht war, ist vom Giftzahn der Zeit, dem Schwefeldioxid, sehr stark angenagt. Alte Grabkreuze, die Jahrhunderte überlebten, fallen buchstäblich von Tag zu Tag dem Steinfraß zum Opfer. Die große Sorge um den Verlust, dass diese Kleindenkmale der Nachwelt des Dorfes verloren gehen, lässt sich eindeutig an der 1977 gemachten fotografischen Dokumentation und an dem Vergleich mit dem heutigen Zustand feststellen.

Das älteste datierte Grabkreuz stammt aus dem letzten Jahrzehnt des 16. Jahrhunderts, Anno 1598, ein anderes aus der Mitte des 17. Jahrhunderts, Anno 1659.

Fast ohne Ausnahme sind die bis zum letzten Viertel des 17. Jahrhunderts aufgestellten Grabkreuze aus »Eifeler Sandstein« gefertigt. Seit etwa 1675 findet man dann sehr häufig den »Belgischen Granit« (Maaskalk), volkstümlich auch Blaustein genannt. Die Ausnahme bilden wenige Steine aus Grauwacke.

Der Eifeler Sandstein war wohl wegen der kurzen Transportwege der preiswertere Stein. Seiner besonderen Härte wegen und nicht weniger aus Prestigegründen, wurde der Blaustein - er hat ein marmorähnliches Aussehen - gerne verwandt.

Es sind m.E. wahre Kostbarkeiten, die da in unmittelbarer Nähe der alten Kirchenruine stehen. An den Ausführungen der Symbole und Schmuckformen lässt sich dieses deutlich erkennen.

Nach Auskunft des Heimatkundlers und Experten, Herrn K. H. Türk, Düren, waren es zu damaliger Zeit sehr häufig Steinmetze aus den Niederlanden, die als durchwandernde Handwerker - zwischen Maas und Rhein - auf dem Hin- oder Rückweg - in unserer Gegend halt machten und dabei nicht wenige Grabkreuze anfertigten. Es ist kaum anzunehmen, dass eigene Handwerker zu dieser Zeit als Steinmetze tätig waren. Interessant ist in diesem Zusammenhang die Beobachtung eines sehr aktiven Vereinsmitgliedes, Frau M. Neumann aus der Brunnenstraße, deren Aufmerksamkeit es nicht entging, dass auf einem Grabkreuz beide Eheleute benannt sind, aber die Sterbedaten der Ehefrau fehlen. Diese Feststellung untermauert den Hinweis von Herrn Türk und lässt den Schluss zu, dass hier Steinmetze im Voraus gearbeitet haben, sicherlich doch nur deshalb, weil die Handwerker einmal da waren.

Grabkreuze

Im Jahre 1996 wurden auf Betreiben des GHV sieben der alten Grabsteine auf dem Friedhof der Alten Kirche restauriert und in der Ruine aufgestellt und damit der Nachwelt gesichert. Die Steine aus belgischem Granit stammen aus dem 16. und 17. Jh. Die Arbeiten wurden vom Steinmetzmeister Josef Weiler durchgeführt.

Bedauerlicherweise wurde eines der nicht restaurierten Grabmäler bei Reinigungsarbeiten zum Volkstrauertag im November letzten Jahres sehr stark beschädigt (in der Aufnahme von 1977 der Stein Nr. 42; er findet sich als einer der letzten Grabmäler auf der rechten Seite in der Nähe des Eisengitters, das zum Schoop-Engelen-Hof führt). Die Reinigung mit einem Druckgerät ließ, bedingt durch die Schieferstruktur des Blausteins, die Oberfläche abplatzen und zerstörte somit die Inschrift vollständig. Die Inschrift lautete nach der Bestandsaufnahme von 1977: Anno 1677 den 12 Julius ist Eng (...)/wall Genant Jucks In Gott (ent)/Schlaffen D.S.G.G. Die Maße -- Höhe: 0,80, Breit: 0,60; Stärke: 0,17 cm. Bereits die Aufnahme des Jahres 1985 vermerkte, dass die Schriftzeichen kaum noch lesbar seien.

Auszug aus Geschichts- und Heimatverein Merzenich Nr. 1, 4. Jahrgang 2001